Endlich alles unter einem Dach Nachbarschaftshilfe Kolbermoor in frisch sanierte St.-Anna-Apotheke gezogen

VON INES WEINZIERL

 

Kolbermoor – Es ist vollbracht: Das Gebäude der

einstigen St.-Anna-Apotheke ist jetzt frisch saniert. Im Erdgeschoss sind die Wände teilweise in hellem Blau gestrichen ,passend zu unserem Logo: sagt Nikolaus Kannengießer. Er ist der Vorsitzende der Kolbermoorer Nachbarschaftshilfe – und die rund 100 Quadratmeter im Erdgeschoss hat der Verein jetzt bezogen.

Die Tinte unter dem Mietvertrag ist quasi gerade erst trocken: Bürgermeister Peter Kloo, die Stadt ist im Besitz des Hauses, sowie Kannengießer und Gabriele Endter vom Vorstand waren bei der Unterzeichnung dabei (wir berichteten). Der Rathauschef erklärte, dass die Stadt froh sei, hiereinen so aktiven Verein in Kolbermoor zu haben und sie freue sich, mit den neuen, zentralen Räumen im Herzen der Mangfallstadt auch einen Teil zu Zukunftssicherung der Einrichtung beitragen zu können.

Endlich viel Platz für Beratungen und Treffen Auch Kannengießer und Endter sind glücklich über die neuen Räume. Schließlich bieten die jede Menge neue Möglichkeiten: PIatz für Beratungen, Besprechungen und Treffen. Die Einrichtung ist bereits eingetroffen. ,,Gespendet wurde das Mobiliar von den Unternehmen Quest Baukultur GmbH sowie der Werndl & Partner GmbH“, freut sich Kannengießer. Neues Mobiliar und neue, große Räume: Bisher hatte der Verein an der Rosenheimer Straße seine Bleibe, der Platz war mit rund 55 Quadratmetern äußerst begrenzt. Daher fanden viele Zusammenkünfte auch andernorts, wie im Bürgerhaus, statt. Das soII jetzt Geschichte sein. Nun ist alles unter einem Dach. ,Jetzt haben wir auch endlich eine Heizung“, freut sich Geschäftsleiterin Gertraud Schiffer. Und falls man doch noch größere Räume benötigen sollte, könne man einen im Bahnhof nutzen, erklärt Kannengießer. Jetzt soll es wieder richtig losgehen: ,,Wir pIanen auch das Gedächtnistraining für die Senioren“, sagt Kannengießer. Denn der Verein ist quasi mehrgeteilt: Er bietet einen Pflegedienst, kostenlose Demenzberatung und einen ehrenamtlichen Besucherservice. Obendrein gibt es das Projekt He|fende Hände“. Dahinter verbirgt sich, dass alleinstehenden, nicht so gut gestellten Senioren geholfen wird. ,Beispielsweise kümmern wir uns dann, dass sie ein warmes Mittagsessen bekommen“, erklärt Endter, die 20 Jahre die Geschäftsführerin des Vereins war. Neu angepackt werden soll jetzt auch die Wiederbelebung der Demenzgruppe: ,,Angehörige haben dann die Möglichkeit, die an Demenz erkrankten Verwandten für einige Stunden in die Obhut des Vereins zu geben“, so Endter. Natürlich zu festen Terminen, und mit fachkundigem Personal. Das Angebot SOII im Herbst starten. Obendrein soIl es wieder Austauschtreffen für Angehörige vom Demenzerkrankten geben. Diese Menschen brauchen Unterstützung“, weiß Endter aus Iangjähriger Erfahrung zu berichten. Und um diese Zusammenkünfte können laut Endter in den neuen Räumlichkeiten stattfinden. Eine neue Bleibe, viele neue Möglichkeiten. Die Sanierung des rund 120 Jahre alten Gebäudes gleich neben dem Bahnhof hat gut ein Jahr in Anspruch genommen. Es wurde quasi entkernt. Die Kosten belaufen sich auf etwa 1,6 Millionen Euro. Unten ist die Kolbermoorer Nachbarschaftshilfe untergebracht – im ersten und zweiten Stockwerk je zwei Wohnungen.

Wohnraumberatung

Möglichst lange zu Hause wohnen

Nachbarschaftshilfe-Geschäftsführerin Gertraud Schiffer bietet für Senioren auch Wohnberatungsangebote. Ziel der kostenlosen Beratung ist es, dass Senioren so lange wie möglich in ihren eigenen vier Wänden leben bleiben können. ,Wenn sie es denn möchten“, erklärt Schiffer auf Anfrage des Mangfall-Boten. Mit dem Alter wird es natürlich schwieriger – Stichwort Barrierefreiheit. Wenn sie um Hilfe gebeten wird, fährt sie zu den Senioren und berät sie, was denn möglich sei. ,,Es kann sein, dass das Badezimmer behindertengerecht ausgebaut werden muss, weil die Senioren beispielsweise die Wanne nicht mehr nutzen können oder die Senioren sitzen in einem Rollstuhl und können die Treppen nicht mehr alleine bewältigen; nennt sie ein paar Beispiele. Wie läuft es denn mit der Finanzierung so eines Umbaus? Woher bekommen die Senioren das Geld? ,,Auch dahingehend berate ich und helfe weiter. Ich informiere die Senioren darüber, welche Stellen dafür zuständig sind. Ich helfe auch dabei, Anträge auszufüllen, damit die Finanzierung auf den Weg gebracht wird‘: sagt Gertraud Schiffer. Wer das kostenlose Angebot in Anspruch nehmen möchte, meldet sich bei ihr unter der Telefonnummer 0170/9964335. Dann kann ein Termin vereinbart werden.