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40-jähriges Bestehen mit ökumenischer Andacht und Festakt

Dieser Artikel ist am 23.09.2026 im Mangfall-Bote (Seite 17) erschinen. VON UWE HECHT

Pfege und Betreuung stehen im Fokus

Kolbermoor – „Hilf Herr, meiner Seele, dass ich dort nicht fehle, wo ich nötig bin“: Trefender hätte diese Zeile aus dem Liedtext der ökumenischen Andacht in der Pfarrkirche Heilige Dreifaltigkeit zum 40-jährigen Bestehen der Nachbarschaftshilfe Kolbermoor e. V. deren Wirken nicht beschreiben können. Seit 1986 kümmert sich der Verein nicht nur um Patienten mit diversen Erkrankungen, sondern steht auch deren Angehörigen mit Rat und Tat zur Seite. Gestaltet hatten die Andacht Pfarrerin Birgit Molnar

„Der Verein bereichert Kolbermoor“

Eingehend auf das von Pfarrerin Molnar verkündete Evangelium vom barmherzigen Samariter erinnerte Elisabeth Maier daran, dass die Nachbarschaftshilfe genau dies tut: dem Bedürftigen helfen. „Der Verein bereichert Kolbermoor, indem er Menschen im Alter und deren Angehörigen hilft“, machte Maier deutlich. An der Andacht nahmen neben der Geschäftsführung und den Vorstandsmitgliedern der Nachbarschaftshilfe auch zahlreiche Patienten und deren Angehörige sowie Abordnungen der Kolbermoorer Ortsvereine teil, darunter die Trachtenvereine „Immergrün“ und „D’ Mangfalltaler“. Im Anschluss begaben sich alle zur „weltlichen“ Feier in den Pfarrsaal.

Peter Weis freute sich als Erster Vorsitzender über die zahlreichen Teilnehmer. Besonders begrüßte er seine Stellvertreterin Gabriele Endter, die seit 30 Jahren für den Verein tätig ist, sowie Elisabeth Martin, die seit 39 Jahren im Verein aktiv und immer noch als Kassenprüferin tätig ist. Zudem dankte er Dr.

Susanne Kustermann, „uns allen bekannt, weil sie jahrzehntelang zusammen mit ihrem Gatten Schorsch vielen Kolbermoorern im wahrsten Sinne des Wortes auf den Zahn gefühlt hat“, wie der Vorsitzende humorvoll anmerkte. Auf mehr als zehn Jahre Engagement bringt es auch Gertraud Schifer als Geschäftsführerin.

Ursprünge in der Hausaufgabenbetreuung

Eingehend auf die Geschichte der Nachbarschaftshilfe wusste Weis, dass diese ihre Ursprünge in der Hausaufgabenbetreuung hatte. Inzwischen hat es sich der Verein zur Aufgabe gemacht, „pfegebedürftige und ältere Menschen medizinisch ambulant zu versorgen sowie im Alltag durch Betreuung weitgehend zu unterstützen“, informierte Peter Weis die Anwesenden.

„In Deutschland sind derzeit sieben Prozent der Bevölkerung pfegebedürftig, das heißt sechs Millionen Menschen“, so Weis weiter, „übertragen auf Kolbermoor wären das 1.000 Leute“. Dieser Herausforderung stelle sich die Nachbarschaftshilfe derzeit mit einem qualifzierten Team von 30 Mitarbeitern, welches sieben Tage in der Woche von frühmorgens bis spätabends im Einsatz sei, verkündete der Vorsitzende. Der Verein bietet eine „häusliche Rundumversorgung“, bei der Pfege, hauswirtschaftliche Versorgung, Betreuung und Verwaltung Hand in Hand gehen. Hierbei stehen der Mensch und seine persönlichen Bedürfnisse im Mittelpunkt.

Die Arbeit sei nicht immer einfach, „es ist ein Unterschied, ob ich einem eigenen Kind oder Enkelkind die Windel wechsle oder einer älteren, fremden Person“, ist sich Weis sicher. Die Nachbarschaftshilfe erbringe dabei Leistungen, die nicht von der gesetzlichen Pfegeversicherung abgedeckt werden. Auch biete der Verein zusätzliche kostenlose Aktivitäten an, die größtenteils von ehrenamtlichen Kräften getragen werden.

Am Herzen liege dem Verein der Besuchsdienst für Senioren ohne Angehörige. Zudem würden Menschen mit Demenz und deren Angehörige mit Beratungen und Trefen in der Geschäftsstelle unterstützt. Hinzu kämen allgemeine und fachliche Beratungsgespräche zu Pfegegrad oder Wohnraumgestaltung. Große Unterstützung bekommt die Nachbarschaftshilfe von der Stadt Kolbermoor, die unter anderem dafür gesorgt hat, dass der Verein als Mieter in das zentral gelegene Gebäude in der Bahnhofstraße einziehen konnte und auch fnanzielle Unterstützung leistet. Dies gilt ebenso für die Kolbermoorer Geschäftswelt sowie die Einwohner. Ohne deren Hilfe wären kostenlose Aktionen wie der alljährliche Weihnachtsbaum nicht möglich. Die Mitgliedsbeiträge sind ein weiterer wichtiger Bestandteil der Finanzierung, daher freue sich die Nachbarschaftshilfe über jedes neue Mitglied. Abschließend gab Peter Weis einen abgewandelten Spruch von John F. Kennedy mit in den Verlauf der Feier, unter musikalischer Gestaltung des Gitarren-Trios S.M.S. „Fragen wir uns nicht, was unsere Stadt für uns tun kann, fragen wir uns, was wir für Kolbermoor tun können.